Rezepte lesen und verstehen

Publiziert am 09.03.2019 09:59, von Martin Gartner

Die Bestandteile ("Phasen") einer warm gerührten Emulsion

  • Fettphase:
    Darunter versteht man Öle, Wachse, Konsistenzgeber und Emulgatoren, die zusammen abgewogen und erwärmt werden! Es ist Absicht, dass die Öle in Gramm angegeben sind, so benötigen Sie nur die Waage und nicht zusätzlich noch einen Messbecher!
  • Wasserphase:
    Sie besteht wahlweise aus Hydrolaten, Pflanzenwasser, destilliertem Wasser und einem Teil der wasserlöslichen Wirkstoffe, die nicht hitze empfindlich sind.
  • Wirkstoffphase:
    Wie der Name schon sagt, fallen darunter alle Wirkstoffe, Extrakte, auch ätherische Öle und Parfumöle. Achtung: diese sind vorwiegend Hitzeempfindlich daher nur in die lauwarme Emulsion einrühren.
  • Konservierung:
    Sie ist keine eigene Phase und wird bei den Wirkstoffen angegeben. Sobald in einem Rezept eine Flüssigkeit enthalten ist, ist die Konservierung unumgänglich.



Die Herstellung einer Emulsion

  • Die Fettphase anfertigen: Öle, Konsistenzgeber, Emulgatoren zusammen im Wasserbad auf 70-80 °C erwärmen oder im feuerfesten Becherglas direkt am Herd schmelzen und beiseite stellen.
  • Die Wasserphase separat ebenso erhitzen. Wichtig: das Wasser darf nicht kochen und die beiden Phasen so heiß wie möglich mit einander verbinden.
  • Das erhitzte Wasser in die heiße Fettphase gießen und sofort zum Mixen beginnen, ca. zwei Minuten bis eine emulgierte noch recht flüssige Masse entstanden ist.
  • Nun gilt es die Emulsion für die Wirkstoffphase vorzubereiten - man lässt sie auf Handwärme abkühlen, indem immer wieder kurz gemixt bzw. mit einem Spatel gerührt wird.
    Das Abkühlen geht schneller, wenn man das Becherglas mit der Emulsion in ein kaltes Wasserbad stellt und eine weitere Minute mixt bis eine homogene Masse entstanden ist.
  • Die Wirkstoffe jetzt in die lauwarme Emulsion einrühren.
  • Die Emulsion in gut desinfizierte Tiegel oder Flaschen abfüllen. Etiketten schreiben mit Inhalt und Verfalldatum.