Imwitor 375 & Phospholipon 80H

Voller Vorfreude, die Sie bestimmt auch kennen – bevor ein Päckchen eintrifft, haben wir unsere neuen Emulgatoren empfangen und so gleich, wie soll’s auch anders sein, diese unter die Lupe genommen. Die ersten zwei waren Imwitor 375 und Phospholipon 80H, die vor allem durch die unterschiedlichen Verarbeitungsmöglichkeiten für uns sehr interessant waren.

Interessant war es die unterschiedlichen Charaktereigenschaften wie Konsistenzen und die Beschaffenheiten einzelner Emulgatoren zu vergleichen und schon bald haben wir die ersten Rezepte konzipiert und einen Rühr-Nachmittag eingelegt, um uns auch von den versprochenen Eigenschaften zu überzeugen.
Unser Fazit - wir wurden nicht enttäuscht!

Dieser Artikel kann auch ausgedruckt werden: hier ist die gesamte PDF inkl. der Rahmenrezepturen und Steckbriefe der beiden Emulgatoren.


IMWITOR 375

Angefangen haben wir mit Imwitor 375. Es wird aus europäischem Sonnenblumenöl, sowie Milch- und Zitronensäure hergestellt und kann als Solo- wie auch als Ko-Emulgator eingesetzt werden. Er ist universell einsetzbar und praktisch für alle Rezepturen verwendet werden: in Cremen und Lotionen, in Haarpflegeprodukten und in Badeölen sowie für Sonnenpflege gut geeignet. Vor allem für Cremegele und niedrigviskose Rezepturen eignet sich Imwitor 375 sehr gut.

Da sich Imwitor auf drei verschiedene Arten verarbeitet lässt, haben wir diese getestet, hier kurz erklärt und unser Fazit geschrieben.

Da ist erstens die „klassische“ Machart möglich – Emulgator in der Fettphase einschmelzen und diese mit der heißen Wasserphase verbinden. Dann wie gewohnt in ein kaltes Wasserbad stellen und die Emulsion kaltrühren. Die zweite Möglichkeit ist, auch hier den Emulgator mit der Fettphase zu schmelzen und nur mit einem Teil (ca. die Hälfte) der heißen Wasserphase zu emulgieren. Die restliche Menge der Wasserphase, wird nicht erwärmt und anschließend Schluck für Schluck der Emulsion zufügt – somit fällt das kalte Wasserbad, um die Temperatur der Emulsion zu regulieren, weg.

Die nächste und dritte Herangehensweise besteht in der Kaltverarbeitung – Imwitor 375 mit den Ölen mischen und anschließend die kalte Wasserphase zufügen und gut mixen. Bessere Ergebnisse sind jedoch im Heißverfahren entstanden.

Unser Fazit:
Wir probierten alle drei Möglichkeiten aus und sind zum Entschluss gekommen, dass der Imwitor 375 auf jeden Fall ein ganz toller Emulgator ist, der einem durch die verschiedenen Herangehensweisen eine große Freiheit erlaubt, die man bei anderen Emulgatoren nicht hat. Wir stellten fest, dass die drei Emulsionen nur in Ihrer Konsistenz von einander abweichen. Allgemein fanden wir die Endprodukte in ihrer Haptik sehr angenehm, leicht und feuchtigkeitsspendend, ziehen gut ein und hinterlassen einen angenehmen, sanften, schützenden Film auf der Haut.

Hier gehts es zu unseren Rezepten:

Hier gehts zum Produkt: Imwitor 375


PHOSPHOLIPON 80H

Als nächstes kam ein weiterer Emulgator unter die Lupe, Phospholipon 80 H. Hierbei handelt es sich um ein hydriertes Lecithin das auch ein Hauptbestandteil der menschlichen Membrane ist und daher auch sehr verträglich ist vor allem für eine stark beanspruchte Haut aufgrund seiner regenerierenden, schützenden und einhüllenden Wirkung auf die Hautbarriere ohne dabei zu fetten - ganz im Gegenteil es hat auch mattierende Eigenschaften. Phospholipon
kann als Emulgator, Co-Emulgator wie auch als hautpflegender Aktivstoff eingesetzt werden.

Auch hier gibt es zwei unterschiedliche Verarbeitungsmöglichkeiten, die wir probiert und erklärt haben:

Die gewünschte Menge Phospholipon in der Wasserphase einwiegen und bei ca. 80 °C 20 Minuten quellen lassen (am besten abdecken damit die Flüssigkeit nicht verdampft). Danach wie gewohnt zur Fettphase gießen und auf
Handwärme rühren. Es empfiehlt sich, die fertige Emulsion vor dem Abfüllen noch 1-2 Tage bei Raumtemperatur abgedeckt stehen zu lassen, da sich die endgültige Konsistenz langsam entwickelt. Mit dieser Methode der Herstellung erhält man eine W/O Emulsion.

Alternativ kann das Phospholipon 80 H in der Ölphase (70-80°C) aufgeschmolzen und anschließend mit der Wasserphase (75-80°C) emulgiert werden. Hieraus resultiert eher eine Mischemulsion (O/W und W/O), die sensorisch "fetter" wirkt. Viele bevorzugen diese Variante, da sie bequemer ist.

Unser Fazit:

Phospholipon ist wirklich ein herausragender Emulgator, der uns durch seine pflegenden, regenerierenden und schützenden Eigenschaften absolut überzeugt hat. Die etwas aufwendigere Herstellungsart in der Wasserphase, zahlt sich auf jeden Fall aus - da die Konsistenz wie auch das Auftragegefühl als sehr angenehm empunden wurden! Phospholipon kann man auch sehr gut auch als Co-Emulgator einsetzen, am besten kombiniert man ihn mit Xyliance, T-Muls oder Emulgator GSC.

Hier gehts zur Rahmenrezeptur für eine Creme mit Phospholipon 80H

Hier gehts zum Produkt: Phospholipon 80H