Anleitung zur Seifenherstellung

Publiziert am 31.03.2016 06:26, von Martin Gartner

Die Vorbereitung

  1. Sperren Sie Kinder und Haustiere aus, Sie wissen ja, wegen der Spritzgefahr der Lauge! Decken Sie Ihre Arbeitsfläche mit Zeitungspapier ab, und richten Sie den großen emaillierten oder Edelstahltopf her, ein Gefäß zum Anrühren der Lauge (ich verwende eine alte Glaskanne von der letzten kaputtgegangenen Kaffeemaschine),2 Kochlöffel aus Plastik, eine Seifenform (Vorratsdosen) und die Schutzkleidung – Brille, Gummihandschuhe, Arbeitsmantel oder alte Kleidung.
  2. Stellen Sie ein Rezept zusammen oder verwenden Sie eines aus dem Skriptum. Lassen Sie sich ein wenig helfen und verwenden Sie den Seifenrechner aus dem Internet um das Rezept zu kontrollieren. Stellen Sie die Zutaten griffbereit zusammen. Natronlauge, feste Fette, Öle, Flüssigkeit, Zusätze und Wirkstoffe. Und los geht´s!

Schritt für Schritt: - so wie ich es immer mache!

  1. Natronlauge zubereiten
    Die Schutzkleidung anziehen, denn jetzt wird’s „ätzend“ im wahrsten Sinne!
    Bereiten Sie die Natronlauge zu. Vorsicht beim wiegen! Nur Wasser ist in Milliliter ident mit Gramm. Sollten Sie z.B. Milch, oder Karottensaft verwenden, benötigen Sie unbedingt ein Gefäß mit Milliliterangabe (Messzylinder), denn Milch hat mehr Gewicht als Wasser usw. Also in einem separaten Plastikbecher (z.B. Joghurtbecher) die Natronflocken abwiegen und im Messzylinder die Flüssigkeit. Nehmen Sie jetzt Ihr hitzebeständiges Laugengefäß, machen ein Fenster auf, stellen es auf das Fensterbrett, gießen zuerst die Flüssigkeit und dann erst die Laugeflocken langsam in das Gefäß rieseln lassen. Schon währenddessen mit dem Plastiklöffel umrühren und das Gesicht abwenden um die Dämpfe nicht einzuatmen. Wundern Sie sich nicht, wenn sich die Farbe der Lauge verändert. Besonders bei Milch kann es passieren, dass Sie ein unerwünschtes Orange bekommen. Daher ein Tipp: Speziell bei Milch, die Milch erst tiefkühlen und die Natronflocken auf 4 x in kleinsten Portionen unterrühren (kann bis zu 15 Minuten dauern) dann erhitzt sich die Milch nicht so und verfärbt und verseift nicht. Alle Kristalle müssen gelöst sein. Vorsicht, die Kanne ist jetzt sehr heiß!!
  2. Abwiegen der Fette und Öle
    Wiegen Sie die festen Fette ab und geben Sie sie in den großen Topf und stellen Sie den Topf auf mittlerer Flamme auf den Herd! In einem separaten Gefäß die Öle abwiegen und noch ein wenig stehen lassen (brauchen wir etwas später)
  3. Lauge und Fettgemisch abkühlen
    In den Topf mit den bereits geschmolzenen festen Fetten nun das Öl zugiessen. Warum erst jetzt? Weil es das geschmolzene Fett runterkühlt und wir es erst bei ca. 35 – 40 Grad verwenden. So beschleunigen wir den Überkühlprozess! Sollten Sie ein Thermometer zur Verfügung haben, meist reicht ein billiges Babywannenthermometer, kontrollieren Sie sowohl im Laugen- als auch im Ölgefäß die Temperatur. Beide sollten ca. 35 – 40 Grad haben. Vielleicht müssen Sie die Lauge noch ins kalte Wasserbad stellen um es zu kühlen!
  4. Lauge und Öle vermischen und kräftig rühren
    Wenn Lauge und Öle handwarm sind, die Lauge vorsichtig in einem dünnen Strahl unter ständigen Rühren mit dem Kochlöffel in die Ölmenge einlaufen lassen. Sie haben doch noch Ihre Schutzbrille auf und die Handschuhe an, oder???
    Nehmen Sie jetzt den Stabmixer zur Hand und quirllen das Gemisch so richtig auf, bis eine homogene weiße Masse entsteht und durch abwechselndes Rühren mit dem Kochlöffel und Stabmixen solange rühren, bis eine vanillepuddingähnliche Masse entsteht.
  5. Zusätze beimengen und Seife „einpacken“
    Nun die Farben, Düfte, Kräuterzusätze und Überfettungsöle dazugeben, in die vorbereitete Form füllen, Deckel drauf und sofort mit einer Decke oder Handtuch einwickeln und die Rohseife für 24 Stunden „schlafenlegen“ Wenn Sie Milch oder Honig mitverarbeitet haben, dann brauchen Sie die Seife nicht einwickeln und auch keinen Deckel draufgeben, denn sie erhitzt sich besonders stark und muß nicht isoliert werden. Stellen Sie die verpackte Rohseife weit weg vor neugierigen Kinderaugen!!!
  6. Seife in hübsche Stücke schneiden
    Am nächsten Tag ziehen Sie nochmals die Gummihandschuhe an, nehmen ein scharfes dünnes Messer (sehr gut eignet sich ein löchriges Käsemesser, weil es wenig Widerstand bietet), stürzen den Seifenblock (eventuell müssen Sie ihn vorher in den Tiefkühler geben und mit heißem Wasser übergiessen, damit er aus der Form gleitet) und schneiden ihn in Scheiben oder Würfelstücke. Die Scheiben müssen noch 2 Wochen an einem luftigen, nicht zu hellen Ort trocknen. Direkte Sonne bleicht die Farben allerdings aus und macht sie heller!